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Ab 2013 produziert WEINKÖRPER and the opaque society im nachtasyl des Thalia-Theaters Hamburg die Theaterreihe DAS ENDE DER NÜCHTERNHEIT - SATYR UND ALLTAG. Die in dieser Reihe entstandenen Inszenierungen "Der Parasit", "Terroirtheater" und "bluten - ein Abendmahlsritual" dauern je eine Stunde, die Scripte sind ausschließlich von WEINKÖRPER, es agieren dieselben drei Schauspieler; die Fabel: sie behaupten Weine zu sein.
Aus hedonistischer Grundstimmung entsteht harte Reflexion über aktuelle gesellschaftliche Gärprozesse. Ein Detail der Theatersituation (ein sich ausgießender Blick, eine Mikrobe auf der Haut, eine morbide Geschmacksnuance...) wird lustvoll betrachtet, bespielt. Aus dieser sensiblen Wahrnehmung wachsen rhythmische Assoziationsketten und körperlich-politische Gedankengeflechte... es entstehen raumgreifende Inszenierungen:

 

 

Parasit

 

Parasit. Bioweine betreten die Bühne, nisten sich als Fremdkörper im Theater ein. Aber ist das hier ein Theater, oder ein Bar? Wer ist der Wirt? Und wer bezahlt die Rechnung? Und wieso bin ich als Bio nicht mehr Zecke, sondern plötzlich Mainstream? Die Performer fließen durchs Ökosystem Theater; die parasitären Verflechtungen von Publikum, Performern, Subventionsgebern, Raum, Wein, Mägen und Köpfen werden durchgespielt; es entsteht trunkene Komplexität. Der Parasit dringt in eine scheinbare Ordnung ein und etwas Neues entsteht, formlos, wuchernd. Vielleicht wird es der Horror sein, vielleicht aber auch etwas ganz anderes. Können wir es wissen? Liebe deine Parasiten! - am Ende feiern Bioweine die Versöhnung mit den Krabbeltieren, mit dem kultursaugenden Publikum, mit dem Wärme spendenden Dach des Theaters.

Dauer des Stücks: 55 Minuten
Premiere: Juni 2013 im nachtasyl/ Thalia-Theater, Hamburg.
Oktober 2013 nachtasyl/ Thalia-Theater, Hamburg.
und Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Berlin.
Schon als Work in Progress im Mai 2012 im Heimathafen Neukölln, Berlin.


Pressetext zur Inszenierung: Parasit-Presseankündigung

Videomitschnitt auf Anfrage

 

 

Terroirtheater

 

Terroirtheater. War Antigone die erste Terroiristin? In ihrem Drama trifft Staat auf Erde. War nicht Shakespeares Globe-Theatre ein konsequentes Terroir-Theater, eine Provinz-Posse, die Weltgeschichte schrieb? Ist Castorfs Volksbühne ein Kiez-Theater? Eine ambivalente Sehnsucht schwebt über dieser Performance: Schauspieler suchen sich zu erden, sich auf der Bühne zu verwurzeln, sie suchen das Eigene in der minimalen Differenz, den profunden Ausdruck. Weine träumen davon, vom globalen Markt unabhängig zu werden. Schauspieler träumen davon, Provinztheater zu spielen. Wie werde ich provinziell?
Wir irren über Gründe, stolpern in Abgründe, bis am Ende plötzlich die Perspektive wechselt: Mensch, ihr habt einfach keine Wurzeln! In einem irren Gedankengang verlacht die Pflanze Wein den Nomaden Mensch.

In einem Sound von Thomas Gerber, mit einer Filmszene im Prenzelberger Weinberg.
Dauer des Stücks: 50 Minuten.
Premiere im November 2012 im Heimathafen Neukölln, Berlin.
wieder am 15. November 2013 im nachtasyl/ Thalia-Theater Hamburg.

Videoauszug auf Anfrage



bluten. ein Abendmahlsritual

 

bluten - ein Abendmahlsritual. Das Abendmahl, endlich aus der Sicht des Weines erzählt: Das ist mein Blut! Im Soundgeflecht von Richard Wagners Parzifal sprießen und taumeln die Gedanken: über die aktuellen Möglichkeiten von kreativen Bündelungen, bedrohlichen Verdichtungen, heterogenen Ansammlungen sowie über verflüssigte Kieze, Gentrifizierung, Time-Management, die Torheit Parzivals und Wagners und die Wirkungslosigkeit von Gral und Wein in Zeiten digitaler Individualität.
Dann ringen zwei Weine mit der Transsubstantiationslehre: Bin ich Körper? Bin ich Blut? Bin ich Wein? Bin ich ein Zeichen? Bin ich der Mittelpunkt der Gesellschaft? Welcher Gesellschaft? Mittelalterliche Scholastik, calvinistisches Denken und heutige Performancetheorie werden herangezogen, um die bis heute anhaltende Kettenreaktion der Verwandlungen zu begreifen. Am Ende feiern wir Blutsbrüderschaft und Ostern!


Dauer des Stücks: 55 Minuten.
Gründonnerstag 2007 Perlin in Berlin

Gründonnerstag 2008 Perlin in Berlin
Gründonnerstag 2009 Perlin in Berlin
Karfreitag 2012 im Heimathafen Neukölln, Berlin
März 2013 Thalia-Theater Hamburg
April 2013 Hans-Otto-Theater Potsdam
16. + 17. April 2014 Thalia-Theater Hamburg
1. + 2. April 2016 Stadttheater Naumburg

Mappe zur Inszenierung:
Synopsis bluten
Videomitschnitt
auf Anfrage. Einen kurzen Videoauzug gibts hier auf youtube